"Langlaufschießen"
Das Wort Biathlon stammt aus dem Griechischen und bedeutet Doppelwettkampf: Der Biathlon kombiniert die beiden Disziplinen Skilanglauf und Schießen. Die erste Aufzeichnung eines Biathlon-Wettkampfes stammt aus dem Jahr 1767 aus einer Region nahe der schwedisch-norwegischen Grenze.
Bei den ersten Olympischen Winterspielen in Chamonix 1924 wurde Biathlon unter der Bezeichnung "Militärpatrouille" als Demonstrations-Sportart vorgeführt. Die Faszination des Biathlon liegt in der Verbindung der beiden extrem konträren Sportarten Skilanglauf und Schießen. Während der Puls der Biathleten in der Loipe häufig 180 Schläge pro Minute erreicht, ist am Schießstand wieder völlige Konzentration gefragt. Diese Situation entspricht etwa dem fünfmaligen Einfädeln in ein Nadelöhr, nachdem man zuvor die Treppe eines Hochhauses mit 25 Stockwerken hinaufgespurtet ist.
1948 wurde der Internationale Verband für Modernen Fünfkampf - Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) - gegründet, 1953 entstand der Biathlon-Verband als Teil der UIPM. Der Moderne Fünfkampf und Biathlon genossen seinerzeit den Rang einer militärischen Sportart. 1968 erfolgte der Zusammenschluss und die Umbenennung des Verbandes in UIPMB - Union Internationale de Pentathlon Moderne et de Biathlon. Im gleichen Jahr fanden die ersten Weltmeisterschaften in Saalfelden in Österreich statt. Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) Biathlon bereits 1954 als olympische Sportart anerkannt hatte, wurde in Squaw Valley 1960 erstmals ein olympischer Wettkampf ausgetragen. Den ersten Titel im Einzelwettkampf über 20 Kilometer sicherte sich der Schwede Klas Ivar Lestander. Der erste Staffel-Wettkampf wurde 1968 ausgetragen.
Biathlon wurde in der Vergangenheit von russischen und skandinavischen Sportlern dominiert. Aber auch Deutschland und die DDR konnten sich diverse Male in die Siegerliste eintragen. Bei der 4 x 7,5 km-Staffel der Männer stürzte die wiedervereinigte Bundesrepublik 1992 in Albertville den bis dato ungeschlagenen Seriensieger Russland vom Thron und konnte sich auch bei den beiden folgenden Winterspielen die Goldmedaille sichern.
Biathlon im "Soldier Hollow"
Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden rund 220 Biathleten an den Start gehen. Im 518 Hektar großen "Soldier Hollow" werden Medaillen vergeben in den Einzel- (Männer 20 km, Frauen 15 km), Sprint- (10/7,5) und Staffelwettbewerben (4 x 7,5) sowie zum ersten Mal bei den Verfolgungsrennen (12,5/10).
Beim Verfolgungsrennen qualifizieren sich jeweils die 60 Besten der Sprintwettbewerbe, wobei der Gewinner als Erster auf die Strecke geht und von den folgenden Läufern "gejagt" wird. Die jeweiligen Abstände zwischen den Startern ergeben sich aus den Zeiten vom Sprintrennen .
Während bei den Einzelwettbewerben für jeden Fehlschuss eine "Strafminute" auf die Endzeit addiert wird, müssen die Biathleten im Sprint, der Verfolgung und in der Staffel beim Verfehlen des 50 Meter entfernten und extrem kleinen Zielpunktes (Durchmesser stehend Schießen: 11,5 cm, liegend: 4,5 cm) eine 150 Meter lange Strafrunde hinter sich bringen. Geschossen wird mit 5,6 mm-Munition.
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Wilfried Keßeler, Grafenau
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